51. Spielzeit | 2017/2018
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Vorwort des Theaterleiters Christian Kreppel 2007/2008

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum!

Zu allen Zeiten seiner Existenz wurde das Theater immer wieder in Frage gestellt, hat aber überlebt. Dr. Sultan Bin Mohammad Al-Qasimi spricht mir in seiner Botschaft zum Welttheatertag 2007 aus dem Herzen: "Die vollkommene Schönheit ist in keiner Kunst so reichlich vorhanden wie im Theater, denn es ist das Gefäß, das alle ästhetischen Künste zusammenbringt, und wer die Schönheit nicht zu genießen weiß, begreift den Wert des Lebens nicht. Theater ist Leben."

Wie ein Theater auch nach vierzig Jahren blühen kann, erleben wir am Schweinfurter Theatermodell: die Stadt steht voll und ganz hinter dem Haus und das Publikum nimmt den mannigfaltigen Spielplan sehr gut an. Damit sind die Grundmauern gesetzt, um darauf aufzubauen. Ich habe ein Angebot zusammengestellt, das aus dem Vollen schöpft. Ein Bespieltheater dieser Größenordnung kann ein Repertoire bieten, dessen Bandbreite beeindruckend und spannend ist. Voller Vorfreude gehe ich also mit Ihnen in die 41. Saison dieses Hauses, die Ihnen nun in Form dieses Spielplanbuchs vorliegt.

Höchstes - ja ich möchte behaupten - großstädtisches Niveau hat der vor uns liegende Konzertspielplan. Große Orchesterkonzerte werden hier zu erleben sein und Kammermusik vom Feinsten, Solorezitale und auch Jazz. Dirigieren werden Gabriel Feltz, Pietari Inkinen, Jonathan Nott, Anrés Orozco-Estrada ebenso wie Leonard Slatkin, Xian Zhang und Oleg Zverev. Pianisten von Weltrang werden sich vorstellen: Jonathan Biss, Denis Matsuev und Antii Siirala, Martin Stadtfeld, Arcadi Volodos (in einem Solorezital) und schließlich Christian Zacharias. Dann drei Cellisten: Sol Gabetta, Johannes Moser und Truls Mørk. Die Blockflötenvirtuosin Dorothee Oberlinger, der Trompeter Sergei Nakariakov und schließlich die Geiger Rüdiger Lotter, Lena Neudauer, Baiba Skride und Thomas Zehetmair. Drei ganz besondere Programmpunkte möchte ich hervorheben. Am 12. Oktober wird Nadja Michael, eine der gefragtesten Opern- und Liedinterpretinnen unserer Tage mit einem Liederabend ihr Schweinfurt-Debüt geben. Weiters ist es gelungen, die Bamberger Symphoniker zu einem Silvesterkonzert am 30. Dezember zu verpflichten, dessen Programm rechtzeitig bekannt gegeben wird. Auch zum ersten Mal in unserer Stadt zu Gast ist am 20. April das grandiose Turtle Island String Quartet. Stolz bin ich überdies darauf, dass am 9. und 10. Januar eine deutsche Erstaufführung einer Auftragsarbeit des französischen Komponisten Marc-André Dalbavie stattfinden wird.

Beim Theaterspielplan werden Sie - wie schon in der letzten Saison - mein Anliegen erkennen, Ihnen auf höchstem Niveau eine möglichst große Vielfalt des Angebots zu bieten. Ich will Ihnen ganz viele Spielarten des Theaters vorführen, Sie mit Qualität unterhalten, anregen und fordern. Theater soll Rückzugsort sein, aber auch Treffpunkt und Ort der Kommunikation.

Wer Oper liebt, wird in der Saison 2007/2008 nicht zu kurz kommen. Eine Verdi-Puccini-Gala bringt ein Wiedersehen mit der Compagnia d'Opera Italiana di Milano. Nach "Die Hochzeit des Figaro" und "Don Giovanni" hat sich Johannes Felsenstein in Dessau nun einer weiteren Oper Mozarts zugewandt: "Die Zauberflöte". Den 150. Geburtstag Giacomo Puccinis feiern wir mit "Madame Butterfly". Und das Meininger Theater bringt einen Paukenschlag zum Spielzeitende: Richard Strauss' "Elektra". Das Werk ist zum ersten Mal in Schweinfurt zu sehen.

Die Operettenfreunde haben die Qual der Wahl: Paul Linckes "Frau Luna", Emmerich Kálmáns "Die Herzogin von Chicago”, Robert Stolz’ "Zwei Herzen im Dreivierteltakt", Ralph Benatzkys "Meine Schwester und ich" und Oscar Straus' "Walzertraum” stehen im Angebot. Bei den Musicals biete ich Ihnen einen Querschnitt durch die Geschichte dieses so beliebten Genres, der von "Show Boat", "Hello, Dolly!", "Kiss me, Kate!" bis hin zu "Große Freiheit Nr. 7", "Fame" und "Tintenherz" reicht. Eine Hommage an Glenn Miller ist "Moonlight Serenade". Die Musik und das Leben von Ray Charles bringt "Play It Again, Ray!" auf die Bühne, die Revue "Die Beine von Dolores" die unzähligen Hits und Ohrwürmer von Michael Jary in Erinnerung. Am 31. Dezember steht Zarah Leander zum beschwingten Jahresausklang im Mittelpunkt.

Ganz am Beginn der Saison gibt es ein Wiedersehen mit dem St. Petersburger Ballett-Theater Boris Eifman. Hiermit wird ein anspruchsvoller Ballett- und Tanzspielplan eröffnet. Zum 30jährigen Jubiläum der Compagnie wird das Ballett "Die Möwe" gezeigt. Weiter geht es Ende November mit Aram Katschaturians "Spartacus", präsentiert vom Ballett der Staatsoper Donetsk. Endlich kann eine Produktion des gefeierten und hoch gelobten Choreographen Peter Breuer (Salzburger Landestheater) gezeigt werden: "Tschaikowsky" wird sicher ein Höhepunkt werden. Beim Tanz empfangen wir Gäste aus dem europäischen Ausland: wieder das Nederlands Dance Theater aus Den Haag, aus Mailand das Athletic Dance Theatre Kataklò und aus Biarritz das dort ansässige Ballett. Aus den Vereinigten Staaten wird die schwarze Tanztruppe "Philadelphia Dance Company" gastieren. Die beiden letztgenannten Ensembles sind zum ersten Mal vertreten.

Klassiker wie Goethes "Faust I" und Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" gibt es beim Schauspielangebot, auch moderne Klassiker wie Steinbecks "Von Mäusen und Menschen", Williams' "Glasmenagerie" oder Horváths "Glaube Liebe Hoffnung" und großes Literaturtheater wie Hesses "Ein Steppenwolf". Dann aber - und das ist mir ganz wichtig - packende zeitgenössische Dramatik. Hierzu zählt die "Grönholm Methode" des Katalanen Jordi Galceran und "Alte Freunde" der Holländerin Maria Goos ebenso wie "Kleine Eheverbrechen" des Franzosen Eric-Emmanuel Schmitt. Am 13. Februar erleben wir die Premiere und (!) deutschsprachige Erstaufführung von "Jahrestag" des kanadischen Autors Alex Poch-Goldin, im Juni "Verbrennungen" des gebürtigen Libanesen Wajdi Mouawad.

Ein ganz besonderes Anliegen war es mir, wieder Lesungen durchzuführen. Es ist mir gelungen, Peter Sodann und die gerade in Schweinfurt so beliebte Maria Becker zu verpflichten. Zwei große Namen, zu denen im weiteren Programm noch einige dazukommen, durchblättert man das Angebot. Ich freue mich, Ihnen unter anderem Brigitte Hobmeier, Edith Hancke, Hannelore Hoger, Eleonore Weisgerber und Boris Aljinovic, Peter Bongartz, Rufus Beck, Gunther Emmerlich, Herbert Hermann, Hannes Jaenicke, Ilja Richter, Horst Sachtleben sowie Ron Williams präsentieren zu können. Schwärmen Sie für Bastian Pastewka, Christoph Maria Herbst, Michael Kessler und Jürgen Tonkel? Dann sehen Sie sich am 15. oder 16. Januar "Männerhort" an, den Kassenschlager und Publikumserfolg des Theaters am Kurfürstendamm Berlin, bei dem man lernt, dass diese vier Männer nicht nur tolle "Comedians" sondern auch gestandene Schauspieler sind.

Ich könnte Ihnen noch Vieles erzählen, halte es aber lieber mit Richard Strauss: "... mein Grundsatz ist nun einmal, dass man für sich selbst nur Taten und Werke, nicht aber Worte reden lassen soll." Nun, wie Sie hier sehen, ganz ohne Worte geht es als Theaterleiter natürlich nicht. Am Schluss steht ein ganz herzlicher Dank an alle, die das Theater in welcher Form immer unterstützen. Mein persönlicher Dank auch an das hoch motivierte und engagierte Theaterteam. Wir alle freuen uns auf Sie!

Christian Kreppel
Theaterleiter