51. Spielzeit | 2017/2018
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Vorwort des Theaterleiters Christian Kreppel 2012/2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum,

wenn man fast 25 Jahre aktiv im Theatermetier steckt und auch seine Kindheit wie Jugend schon dort verbracht hat, denkt man oft an das Wort von Max Reinhardt aus dem Jahre 1943: »Heutzutage ernsthaft Theater zu spielen ist im Grund genommen Donquichoterie. Das heißt mit künstlerischen Idealen ankämpfen zu wollen gegen die ungeheuren Windmühlen, die im Sturm unserer Zeit klappern.«

Die deutsche Theaterszene ist traditionell eine der vielfältigsten und dichte-sten in der ganzen Welt. Wie wunderbar meint der »befangene Theaterleiter«! Ganz anders die renommierten Autoren des jüngst erschienenen Buches »Der Kulturinfarkt«, die radikal die Schließung der Hälfte (!) aller deutschen Theater, Museen und Bibliotheken fordern. Eigentlich muss man dieser rigorosen »Kahlschlag-Idee« dankbar sein, hat sie doch wieder einmal flächendeckend eine intensive Diskussion zum Thema angestoßen, die letzten Endes beweist, wie unverzichtbar Kultur gerade »im Sturm unserer Zeit« ist. André Schmitz (der Berliner Staatssekretär für Kultur) bringt es auf den Punkt: »Kunst bleibt ein krisenfester Resonanzraum für die Probleme unserer Zeit.« (Der Spiegel 12/2012).

Mein siebter Theaterspielplan, in dem ich wieder einmal das Profil unseres blühenden Gastspielhauses auch überregional zu schärfen trachte, lebt von spannenden und qualitätvollen Produktionen fester Häuser u.a. aus München (Kammerspiele, Staatstheater am Gärtnerplatz), Hamburg (Kammerspiele, Ernst Deutsch Theater, Winterhuder Fährhaus), Berlin (Theater und Komödie am Kurfürstendamm), Frankfurt (Schauspiel) und Dresden (Staatsschauspiel) wie auch renommierter Tourneebühnen (Euro-Studio Landgraf, Kempf Theatergastspiele) und Partner aus der Region wie dem Theater Hof, dem Mainfrankentheater Würzburg und dem Fränkischen Theater Schloss Maßbach.

Unverzichtbar ist der starke Sprechtheaterspielplan (zwanzig Produktionen von Shakespeare und Goethe bis Strindberg, Allende, Sartre, O’Casey und Huxley), denn nirgendwo sonst im Theater wird die Auseinandersetzung mit dem Menschen, seinem Streben, seinen Möglichkeiten, seinen Ängsten und seinem Scheitern so intensiv betrieben. Saisonthema ist diesmal: »Mensch im Dialog« vom privaten Individuum bis hin zum »zoon politicon«.

Die Musikwelt feiert 2013 die 200. Geburtstage von Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Ich freue mich außerordentlich hierzu mit »Die Walküre« (Landestheater Detmold) und »Die Nibelungen: Siegfriedsaga« einerseits und einer »Aida« (die letzten beiden Produktionen stammen vom Anhaltischen Theater Dessau) nicht zuletzt auch durch die Unterstützung der Kulturstiftung Schweinfurt einen sehr hochstehenden Beitrag leisten zu können.

Internationale Tanzproduktionen zu präsentieren bleibt mir ein Anliegen. Diesmal spanne ich den Bogen vom klassischen Balletterlebnis »Schwanensee« sowie »Peter und der Wolf« und der einzigartigen Tanzsprache des Boris Eifman in »Eugen Onegin« zu den sechs Höhepunkten des – auf Grund des hohen Zuspruchs erstmals verdoppelten – Tanz-Abonnements, bei dem fünf Schweinfurt-Debüts zu erleben sind.

Wunderbares Herzstück des Konzertangebots sind wieder einmal die Bamberger Symphoniker. Die schon so oft erlebte Anhaltische Philharmonie Dessau feiert ihr Debüt in der Konzertmiete. Es ist weiters gelungen eine Pianisten-Riege zu versammeln, auf die ich ein wenig stolz bin, denn es werden u.a. Florian Birsak, Ronald Brautigam, Rudolf Buchbinder, Leon Fleisher, Nikolai Lugansky, Roger Muraro, Markus Schirmer, Grigory Sokolov sowie Lars Vogt musizieren.

Auch nach vielen hunderten Vorstellungen ist es immer noch ein großes Vergnügen mit meinem hoch motivierten Theaterteam zusammenzuarbeiten. Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich für dessen Einsatz und natürlich bei allen, die unsere Arbeit unterstützen und fördern. Bleiben Sie uns treu, wir freuen uns auf Sie!

Mit den besten Grüßen!
Ihr Christian Kreppel
Theaterleiter