51. Spielzeit | 2017/2018
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Grußwort des Theaterleiters
Christian Kreppel am 19. Februar 2018
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

Im dichten und breit gefächerten Spielplan der letzten Wochen der 51. Spielzeit versuche ich erneut die vielfältigen Möglichkeiten unseres florierenden Gastspielhauses auszuloten. Die gewollte Vielfalt des Angebots wird geprägt durch das Abbilden möglichst aller gängigen Genres. Dabei ist mir aber auch wichtig, Produktionen zu präsentieren, die althergebrachte Grenzen bewusst aufbrechen und neue Wege begehen, um das Publikum zu faszinieren.

Das Theater Augsburg zeigt in der Inszenierung des Intendanten André Bücker Giuseppe Verdis Meisterwerk »Die Macht des Schicksals«, das 2003 zuletzt in unserem Haus zu erleben war. Bückers Regiearbeiten als Leiter des Anhaltischen Theaters Dessau wurden in Schweinfurt in den letzten Jahren wiederholt gefeiert. Das Landestheater Detmold, bestens eingeführt bei uns u.a. durch die Produktionen »Rheingold«, »Walküre« und »Die Meistersinger« wie auch »Salome« und »Elektra«, präsentiert »Zar und Zimmermann«. Diese heutzutage zu Unrecht wenig auf dem Repertoire stehende romantische Oper von Albert Lortzing fand man zum letzten Mal vor 15 Jahren auf unserem Spielplan. Dominique Horwitz und seine Band hingegen vermengen höchst gekonnt Klassik mit Rock- Pop- und Jazzklassikern. »Freischütz« trifft hier auf »Black Rider«. In »CROSSOpER« wird der Bogen gekonnt von Bizet bis Verdi, von Knef bis Sting und von Gilda über Susanna bis Candide gespannt.

Herzstück des Konzertspielplans sind erneut die Konzerte der Bamberger Symphoniker – Bayerische Statsphilharmonie. Groß ist die Freude, wieder Marek Janowski, einen der renommiertesten Dirigenten für das deutsche Musikrepertoire, und auch Jakub Hruša, den fünften Chefdirigenten des international renommierten Klangkörpers, als Dirigenten begrüßen zu können. Auf dem Programm stehen Werke von Brahms, Dvo?ák, Schumann, Strauss und Webern. Mit von der Partie die Pianisten Yulianna Avdeeva und Francesco Piemontesi. Klavierquintette von Schumann und Elgar spielen Martin Helmchen, Carolin Widmann, David McCaroll, Pauline Sachse und Marie-Elisabeth Hecker, eine hochkarätige Riege von Kammermusikern. Eine festliche Operngala mit Werken aus dem laufenden Repertoire bietet die Anhaltische Philharmonie mit den ersten Solisten des Anhaltischen Theaters. Ein besonderer Höhepunkt ist sicher das Konzert der King’s Singers zu ihrem 50-jährigen Bestehen. Im Rahmen der so beliebten Besonderen Konzerte im Theaterfoyer kann man auf Vienna Clarinet Connection und das Trio Berner – Sutter – Wypior (Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler) neugierig sein.

Beim Tanz zeigt die amerikanische John Lehrer Dance Company mit »Shadows in Motion« begeisterndes Schatten-Tanz-Theater. Aus Portugal begrüßen wir das Quorum Theater bei seinem Schweinfurt Debüt. In »Correr o Fado« trifft der Fado auf extrem körperlichen Tanz. Ein Wiedersehen mit guten Freunden ist das Gastspiel mit dem Salzburg Ballett. Peter Breuer, der geniale Geschichtenerzähler, widmet sich in »Mythos Coco«, seiner 50. Choreographie für seine Compagnie, der Kultfigur Coco Chanel und schließt damit den Reigen der internationalen Tanz-Höhepunkte in dieser Saison ab.

Im Rahmen des Sprechtheater-Spielplans beschäftige ich mich seit vielen Jahren immer wieder mit dem Thema Beeinträchtigung. In Florian Zellers preisgekrönter Tragikomödie »Vater« geht es darum, wie das Gefüge einer Familie auf den Kopf gestellt wird, als der Vater an Alzheimer erkrankt. Zeller gelingt es in beeindruckender Weise, die verschiedenen Stadien abzubilden. Der Stoff ist anrührend – aber nie sentimental und nie Angst machend. Eindrücklich die Leistung von Ernst-Wilhelm Lenik in der Rolle des Mannes, dessen Geist langsam aber sicher versagt und in ein Dunkel abgleitet, aus dem es kein Zurück mehr gibt.

Am Schluss wie gewohnt eine persönliche Empfehlung für einen sehr wichtigen Abend im Jahr 2018. Der aus Wien stammende großartige Schauspieler Cornelius Obonya (er spielte u.a. von 2013 bis 2016 den Jedermann bei den Salzburger Festspielen) und das Ballaststofforchester Salzburg widmen sich in »Morgen muss ich fort von hier« der Musik und Texten, die von 1933 bis 1945 verfemt und vom Nazi-Regime verboten waren. Zu hören sind Musik von Hanns Eisler, Werner Richard Heymann, Friedrich Hollaender, Hermann Leopoldi, Kurt Weill, Duke Ellington und Benny Goodman sowie Texte von Kurt Tucholsky und Erich Kästner. Das anrührende Programm wurde u.a. im ORF RadioKulturhaus, im Festspielhaus Salzburg und im Konzerthaus in Wien unter großer Anteilnahme des Publikums präsentiert und gefeiert.

Ich bin voller Vorfreude auf sehr viele mir wirklich am Herzen liegende Theater- und Konzerterlebnisse, die ich für Sie, sehr geehrtes Publikum, auch bei meiner 12. Spielzeit an unserem wunderschönen Haus zusammengestellt habe. Bitte bleiben Sie offen für Neues, neugierig und nehmen Sie unsere Angebote wahr. Auf Wiedersehen im Theater der Stadt Schweinfurt!

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen!

Ihr Christian Kreppel | Theaterdirektor
am 19. Februar 2018