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Les Théâtres de la Ville de Luxemburg
Requiem für einen Spion
Stück in drei Akten von George Tabori (1914–2007)
Deutsch von Ursula Grützmacher-Tabori
 
Inszenierung: Johannes Zametzer
Bühnenbild: Johannes Zametzer & Max Kohl
Kostüme: Anatoli Papadopoulou
mit Luc Feit, Steve Karier, Josiane Pfeiffer
 
Uraufführung: Akademietheater, Wien, 17. Juni 1993
Premiere: Les Téâtres de la Ville de Luxemburg, 26. Februar 2015

Zucker: »Was bleibt mir außer Selbstmord?«
Murdoch: »Würde einige Ihrer Probleme lösen.«
Zucker: »Ja, aber wie? Einen Dienstrevolver in den Schlund – nein, danke, ich bin sehr geräuschempfindlich. Aus dem sechsten Stockwerk springen? Ich habe Höhenangst. Plastiktüte über den Kopf? Sie wissen, ich bin Asthmatiker. Murdoch, welchen Sinn hat das Sterben, wenn es weniger angenehm ist als das Leben?«
Murdoch: »Warum versuchen Sie es nicht mit Verbrennen?«
Zucker: »Keine schlechte Idee. Alte Familientradition. Meine Mutter ist in Majdanek gestorben.«

Welcher Autor dürfte so mit dem Horror des Holocaust scherzen? Nur einer: George Tabori – Jude, Nazi-Verfolgter und unbeirrbarer Grenzgänger zwischen Grauen und Grinsen. Dreißig Theaterstücke hat er geschrieben, surrealistische Dramen wie »Die Kannibalen« (1968), »Mutters Courage« (1979), »Jubiläum« (1983), »Mein Kampf« (1987), »Weisman und Rotgesicht« (1990) oder »Die Goldberg-Variationen« (1991), die das Publikum auffordern, über Dinge wenigstens zu lachen, wenn man über sie schon nicht weinen kann. Einfache Antworten gibt es bei ihm nicht. Und wenn, dann kann man bei Taboris Figuren nie sicher sein, ob sie die Wahrheit sagen oder der Pointe wegen eine schöne Geschichte vorziehen. Requiem für einen Spion ist alles gleichzeitig: Ein Lebens-Abgesang, ein Jux und eine Klage im Gewand eines Kalauers.


Wer wäre prädestinierter, ein Tabori-Stück in Szene zu setzen, als Johannes Zametzer, der Mitte der 1980er Jahre in Wien zum Künstlerkreis um den genialen Autor gehörte? In Luxemburg hat er in den letzten Jahren u.a. mehrere Schauspiele von Albert Ostermaier auf die Bühne gebracht, oft in Zusammenarbeit mit Luc Feit. In Trier entwarf er die erfolgreiche Antiken-Erlebnisführung »Mallobaudes in den Kaiserthermen«. Jetzt inszenierte er nach »Die Goldberg-Variationen« und »Mein Kampf« mit »Requiem für einen Spion« seinen dritten Tabori.
 
 






Fotos: Boshua Bohumil Kostohryz

 
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